Ein Waldbrand hat selten natürliche Ursachen wie Blitzeinschläge oder Selbstentzündung von trockenen Pflanzenresten. Weit häufiger sind Unachtsamkeit des Menschen zum Beispiel durch Zigaretten, Grillen, Abstellen des Autos auf trockenem Boden der Grund für einen Brand. Auch vorsätzliche Brandstiftung spielt eine große Rolle.
Weitere Gründe sind fahrlässiges Verhalten der Menschen, zum Beispiel im Rahmen von Unfällen bei landwirtschaftlichen Maßnahmen, bei der Holzernte oder durch Funkenflug an Bahntrassen.
Das Auftreten und die Ausbreitung von Waldbränden sind maßgeblich von der Witterung abhängig. Die meisten Brände entstehen im Frühjahr durch trockene Bodenvegetation und natürlich im Sommer während und nach einer Trockenperiode. Allgemein besteht vom Frühjahr bis in den Herbst hinein eine hohe Waldbrandgefahr mit Spitzenwerten bei der Anzahl von Bränden und verlorener Waldfläche je nach den Witterungsbedingungen.
Die meisten Waldbrände in Deutschland treten als Bodenfeuer auf, bei denen die organische Schicht des Bodens und die Laubstreu verbrennen. Wenn viel brennbares Material zur Verfügung steht und die Brandgefahr hoch ist, können sich diese Brände zu sogenannten Vollfeuern entwickeln, die das Kronendach des Waldes erreichen und zerstören. Diese führen zu erheblichen ökologischen Schäden.
Aufgrund von geringen Niederschlägen war im Jahr 2025 die verbrannte Waldfläche besonders groß (circa 2.600 Hektar). Und auch die Anzahl der Brände mit 1.175 war beachtlich.
Seit 2010 gab es in Deutschland die meisten Waldbrände in den Jahren 2022 (circa 2.400 Hektar), 2018 (circa 1.700 Hektar) und 2019 (circa 1.500).
Vor allem dichtstehende Nadelholzwälder unter 40 Jahre alt, insbesondere Kiefernwälder, sind betroffen. Hier ist es besonders trocken und durch die ätherischen Öle der Nadelbäume brennen diese besonders gut. Altholzmischbestände sind am wenigsten gefährdet. Hier herrscht ein feuchteres und kälteres Klima, das die Entzündungsgefahr mindert.
Die meisten Waldbrände in Deutschland traten 2025 im Bundesland Brandenburg auf, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dort sind die Böden vorwiegend sandig und trocken. Ebenso sind die ausgedehnten Kieferwälder leicht brennbar und anfällig für Feuer. Besonders groß war die verbrannte Fläche 2025 in Sachsen, wo ein Großbrand in der sächsischen Gorhirschheide sich wegen schweren Löschbedingungen auf fast 1.900 Hektar ausbreitete. Die gesamte BLE-Waldbrandstatistik ist hier abrufbar.
Dank moderner Überwachungssysteme konnten immer mehr Brände frühzeitig erkannt und im Keim erstickt werden.
Durch Waldbaumaßnahmen kann die Brandgefahr reduziert werden. Dazu gehören der Aufbau von Laubholz unter Nadelholzbeständen oder die Anlage von Feuerschutzstreifen zur Unterbrechung großer Kiefernbestände. Das sind etwa zehn Meter breite Wildwiesenstreifen oder circa 50 Meter breite Laubholzstreifen. Aktuell werden die Waldbrand-Früherkennungssysteme ausgebaut und verbessert.
Lesen Sie doch auch das Interview mit unserem SDW-Forstexperten Edward Olson auf mitmischen.de (Dein Portal zum Deutschen Bundestag). Hier erklärt er, wie sich Brände in Zukunft verhindern lassen könnten.